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Der Podologe und medizinische Fußpfleger wird tagtäglich mit Kunden und Patienten konfrontiert, bei denen eine mykose bedingte Haut- beziehungsweise Nagelerkrankung offensichtlich oder zu vermuten ist. Deshalb sollte er auch über die Diagnostik von Pilzerkrankungen informiert sein. Denn dies macht den Podologen/med. Fußpfleger zu einem wichtigen Berater seiner Patienten und zu einem interdisziplinären, kompetenten Partner der behandelnden Ärzte.

Für die Diagnose des Nagel- und Fußpilzes stehen teils altbewährte, teils aber auch überkommende sowie moderne Analyseverfahren zur Verfügung. Zu diesen zählen neben dem Nativpräparat, bei dem entnommene Nagelspäne direkt mitkroskopisch untersucht werden, die Pilzkulturen. Zeigen sich Hyphen und Sporen unter dem Mikroskop, ist zwar der Nachweis einer Pilzinfektion erbracht. Das Nativpräparat kann aber nicht über die Arzt des Erregers Auskunft geben.

Kulturdiagnostik-nicht immer zuverlässig

Die Kulturdiagnostik - die Anzüchtung von Pilzen aus Haut- oder Nagelmaterial auf Nährböden- zählt zu den bekanntesten Methoden. Diese kann allerdings eine geringe Aussagekraft haben, denn bei der Beimpfung und der Ablesung der Pilzkultur ergeben sich erhebliche Fehlerquellen:

  • 40-50 Prozent der Haut- und Nagelpilze wachsen auf dem Kulturmedium nicht an. Dies bedeutet, dass der Pilz im Nagel- oder Hautmaterial auf der Kultur nicht auskeimt. Das trifft besonders dann zu, wenn bereits eine antimykotische Vorbehandlung stattgefunden hat. Eine negative Pilzkultur schließt also keinesfalls eine Pilzinfektion aus.
  • Pilzkulturen können auch verschimmeln, so dass das Wachstum der relevanten Pilzarten unterdrückt wird oder diese auf der Kultur nicht mehr sichtbar werden.
  • Bei der Beimpfung der Kulturen in medizinischen Praxen ist oftmals eine sekundäre Beimpfung der Kutluren durch Pilzsporen der Umgebungsluft möglich. Das bedeutet, dass der Pilz, der in der Kultur wächst, nicht tatsächlich der Erreger sein muss, der im Nagelmaterial vorhanden ist.
  • In manchen Fällen befallen Milben die Kulturen und fressen die Pilze auf den Kulturen auf.

Darüber hinaus lässt eine angewachsene Pilzkultur keine Rückschlüsse zu auf den qualitativen Pilzbefall im Nagel-oder Hautmaterial. So besagt zum Beispiel eine kleine Pilzkultur nicht, ob im infizierten Material nur wenige Pilze vorhanden sind. Außerdem ist aus einer Kultur nicht zu interpretieren, ob die Erreger in einer stoffwechselaktiven und damit gut zu behandelnden Form vorliegen oder ob sich abkapselnde, soffwechselarme Sporen, Mante-, Arthro- oder Mirkrosporen vorherrschen. Solche Pilzformen sind deutlich schlechter zu behandeln.-Dies zu wissen, ist aber für die Therapie einer Mykose wichtig. Daraus ist zu sehen, dass eine Pilzkultur nur für die Bestimmung der Pilzspezies geeignet ist und nicht zum speziefizierten Nachweisder Dermato- beziehungsweise Onychomykose. Für den sicheren Nachweis einer Mykose des Nagels oder der Haut beziehungsweise der Fußsohlen sind eindeutig zytologische und histologische Verfahren einzusetzen, da diese kleinste Mengen an Pilzformationen direkt im Material sichtbar machen. Alternativ zu den altbewährten Untersuchungsmethoden können heutzutage bei  besonderen Fragestellungen oder nicht ausreichenden Kulturergebnissen noch Methoden zum Nachweis von Gensequenzen oder Biomolekülen von Pilzen - die PCR-beziehungsweise MALDI-TOF-Untersuchung - durchgeführt werden. Diese sind bisher jedoch teuer und keine Routine.